Boaahhh, eiijhhh…

…sorry, Herrchen, da hast Du Dich aber nicht mit Ruhm bekleckert! Mich aus der Fährte zu ziehen! Fast hättest Du’s damit schon vermasselt. Gott sei Dank hast Du ja mich. Wie hast Du nach Abschluß unserer Prüfung gestern so schön gesagt: „Ohne Arthos hätten wir gar keine Prüfung bestanden.“ Recht hast Du – aber egal, ansonsten hast Du Dich ja ganz gut gehalten und natürlich durftest auch Du nicht fehlen. Wir sind doch ein Team, oder?

Und jetzt haben wir beide (!) die VPG1* bestanden…

…abends waren wir dann ganz schön „ferttisch“, wie Frauchen das nennen würde. Ich hatte ja so was schon geahnt, als Du früh morgens um halb sechs mit mir Gassi gehen wolltest. Konntest wohl die ganze Nacht davor nicht schlafen, was? Normalerweise sind wir sonst immer erst um halb neun ins Fährtengelände gefahren, diesmal eine ganze Stunde früher. Da hab ich endgültig gemerkt: „Heute wird wieder so ein spezieller Tag wie seinerzeit vor der BH(BegleitHund)-Prüfung. Heute muß ich mal meinem Herrchen helfen – und nicht umgekehrt wie während des Trainings.“

[inspic=175,left,fullscreen,thumb]Meine Ahnung hat sich dann gleich bei der Fährtenprüfung bestätigt. Knotet sich doch mein Herrchen die lange Leine um den Stiefel, wäre fast auf die Nase gefallen – und hat dann auch noch Mühe, den Knoten wieder zu lösen. Zugegeben, da wurde wahrscheinlich nicht nur Frauchen unter den Zuschauern blass, ich war auch ein wenig irritiert. Erst unser Prüfer, Karl Heinz Meuser, hat dann wieder Ruhe reingebracht (Danke an ihn) – und am Schluß haben wir mit der Minimalpunktzahl von 70 den Tag gerade noch gerettet.

In der Abteilung „Unterordnung“ hab‘ ich mich dann bei Herrchen für seine Fehler in der Fährte revanchiert. Statt ihm zu gehorchen hab ich mir als erstes den Herrn Meuser vorgenommen und mich bei ihm auf meine ganz spezielle Weise bedankt: Eigentlich wollte ich ihm um den Hals fallen, bin aber dann deutlich tiefer gelandet. Herrchen hat bestimmt einen Riesenschreck gekriegt und gedacht, jetzt wär die Prüfung gelaufen. Von da an hab ich mich dann zusammengerissen und mich meinem Zweibeiner ganz ordentlich untergeordnet. Nur ganz zum Schluß bringt der dann nochmal so ’ne Kinke rein und leint mich aus der Ablage an, noch ehe er uns beim Prüfer abgemeldet hatte. Schwups, und schon waren wieder ein paar Punkte weg! Mit 80 Punkten war das Ergebnis dann ganz passabel.

Nach dem Mittagessen (hinterlistigerweise nur für Herrchen, der etwas murmelte wie „Voller Bauch studiert nicht gern.“ oder so) standen wir vor der Hürde „Schutzdienst“. Wie ihr vielleicht wisst, habe ich während der Trainigstage eine ganz besondere Vorliebe für unseren Helfer, Stefan Erler, entwickelt. Auch während der Prüfung war meine Affinität zu ihm manchmal größer als die zu meinem Hundeführer – aber immer nur vorübergehend. „Dieser Trieb“ kann ich dazu nur sagen „ist nur schwer zu beherrschen.“ Stefans Schutzarm schmeckt einfach zu gut. Schließlich haben wir dann aber sogar den Abtransport des Helfers zum Prüfer einigermaßen geschafft. Karl-Heinz Meuser hat unsere Übung mit 82 Punkten bewertet und für meinen ominösen Trieb noch ein „a“ drangehängt. Soll „aktiv“ heißen wurde mir erzählt.

Alles in allem also eine „befriedigende“ (zählt wie in der Schule, ist ’ne glatte 3) VPG1*. Fotos reiche ich nach, wenn sie von meinem Züchter Dieter Forchert, der mit seiner Frau extra aus Bergen angereist war, auf CD gebrannt und an Herrchen geschickt wurden.

Herrchen hat mir gesagt, daß in dieser Woche ein wenig kürzer getreten wird. Doch dann bereiten wir uns mit Volldampf auf die nächste Prüfung vor: Die Vielseitigkeits-Prüfung für Gebrauchshunde, Stufe 2. Könnte im Herbst so weit sein, ich halte euch auf dem Laufenden.

*Vielseitigkeits-Prüfung Gebrauchshunde, Stufe 1